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Kim de l’Horizon gewinnt den Mülheimer Dramatikpreis und den Publikumspreis

 

Kim de l'Horizon

Für das Stück „Die kleinen Meerjungraun“ wird Kim de l’Horizon sowohl mit dem Mülheimer Dramatikpreis als auch mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Bei den 51. Mülheimer Theatertagen wurde die Uraufführung der Bühnen Bern in der Regie von Alia Luque (Trio ACE) gezeigt.

Der mit 15.000 € dotierte Mülheimer Dramatikpreis wurde von der fünfköpfigen Jury nach einer zweistündigen öffentlichen Debatte vergeben.

Die Jury würdigte Kim de l’Horizons sprudelndes, dichtes und humorvolles Sprachspiel. Es sei ein assoziatives Fest der Verflüssigung von scheinbar Festgefügtem. Das vom Märchen inspirierte Stück handele unter anderem vom Verschlungensein in letztlich schädliche Begehrensstrukturen und der Macht und Verantwortung derer, die die Geschichten erzählen. Der sehr theatrale Text plädiere für die Überwindung von Differenzen und öffne so einen utopischen Raum. Er halle lange nach, so die Jury.

Der Jury gehörten Regisseur Jan Gehler, Theaterkritikerin und Sprecherin des „Stücke“-Auswahlgremiums Sarah Heppekausen, Schauspielerin Vidina Popov, Autor und Dramaturg Christian Tschirner sowie Journalistin und Kritikerin Katrin Ullmann an. Sie votierten mit drei Stimmen für „Die kleinen Meerjungraun“. Zwei Stimmen gingen an „Aufzeichnungen aus einem weißen Zimmer“ von Anna Behringer.

„Die kleinen Meerjungraun“ erzählt in Anlehnung an das Märchen Andersens eine Geschichte über Sehnsucht, Liebe und den gesellschaftlichen Zwang zur Anpassung. Kim de l’Horizon (ohne Pronomen oder they/them) schreibt Lyrik, Prosa und Theatertexte. De l‘Horizons Debütroman „Blutbuch“, der in 17 Sprachen übersetzt wurde, gewann 2022 unter anderem den Schweizer Buchpreis und den Deutschen Buchpreis. Für „Die kleinen Meerjungraun“ wurde Kim de l’Horizon erstmals in Mülheim nominiert.

Die Mülheimer Theatertage werden vom Theater- und Konzertbüro der Stadt Mülheim an der Ruhr und dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen veranstaltet und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.