Die Sammlungspräsentation „Chaos. Sammlung +“ wird am 21. November 2026 im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr eröffnet und ist eine Kooperation mit dem Theater an der Ruhr.
Ausgehend von der Radierungsserie Théogonie (1955) des französischen Künstlers Georges Braque versteht die Sammlungspräsentation das Phänomen „Chaos“ als Voraussetzung von Schöpfung. Inspiriert von Hesiods antiker Schrift Theogonie bezeichnet das griechische χάος (Chaos) nicht Unordnung oder Zerstörung, sondern den offenen Urzustand, aus dem die Welt hervorgeht. Chaos wird zum Möglichkeitsraum, aus dem sich Ordnung entwickelt.
Die Ausstellung widmet sich diesem kreativen Potenzial als Zustand der Offenheit, des Übergangs und der Transformation. Sie spannt den Bogen von der antiken Kosmogonie bis in die Gegenwart. Angesichts globaler Krisen wie Klimawandel, Krieg, Migration und Digitalisierung fragt sie, wie Kunst auf den Verlust von Gewissheiten reagiert und welche neuen Ordnungen, Bilder und Denkweisen aus Instabilität entstehen. Chaos erscheint dabei nicht als Ende, sondern als produktiver Anfang.