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CHAOS

Sammlung + 

CHAOS

22. November bis 20. Juni 2027

Die Sammlungspräsentation „Chaos. Sammlung +“ wird am 21. November 2026 im Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr eröffnet und ist eine Kooperation mit dem Theater an der Ruhr.

Die Ausstellung widmet sich dem kreativen Potenzial des Chaos als Zustand der Offenheit, des Übergangs und der Transformation. Hat das Chaos in unseren ohnehin reichlich krisenerprobten Zeiten ein Imageproblem? Vermutlich. In der westlichen Vorstellungswelt erscheint es meist als Gegenbild der Ordnung: als jener Moment, in dem sich Strukturen auflösen und Formen zerfallen, Dinge ihren angestammten Platz verlassen und die vermeintlich natürliche Ordnung der Welt aus den Fugen gerät. Doch wer bestimmt eigentlich, was als Ordnung gilt?

Im Griechischen bezeichnet „cháos“ ursprünglich den klaffenden Raum, die Leere, den Abgrund. In der „Theogonie“ des griechischen Autors Hesiod steht Chaos am Anfang der Weltentstehung. Es bedeutet dort mehr als eine bloße Unordnung. Chaos beschreibt eine ursprüngliche Offenheit, aus der sich erst nach und nach Gestalten, Beziehungen und Ordnungen herausbilden. Das Chaos war zuerst da. Die Ordnung kam später – und erklärte sich dann zur Regel.

Chaos besitzt keinen moralischen Kompass – und auch keine Gebrauchsanweisung. Es kann befreien und bedrohen, hervorbringen und vernichten. Auch die Zerstörung einer Ordnung garantiert noch keine bessere. Doch genau darin liegt seine produktive und künstlerische Möglichkeit.

Chaos schafft einen Zwischenraum: einen Raum des Noch-nicht-Festgelegten. Hier hat die alte Ordnung ihre Selbstverständlichkeit verloren, während die neue noch nicht fixiert ist. Es entsteht Raum für Widerspruch, Imagination und Hoffnung.

Wut, Aufruhr und Exzess schlagen Risse ins gesellschaftliche Gewebe. Chaos hält sie offen. Und im besten Fall schaut die Hoffnung hindurch.

Die Ausstellung ‚CHAOS. Sammlung +‘ ist bis zum 20. Juni 2027 im Kunstmuseum zu sehen.